Studienrichtung Soziale Arbeit mit älteren Menschen/Bürgerschaftl. Engagement

Studiengangsleiterin

Prof. Dr.  Andrea Helmer-Denzel
Fon: 07321 2722-421
Fax: 07321 2722-429
Raum: W323, Wilhelmstr. 10
helmer-denzel@dhbw-heidenheim.de

Akademische Mitarbeiterin

Anne-Katrin Schührer
Fon: 07321 2722-423
Fax: 07321 2722-429
Raum: W207, Wilhelmstraße 10
schuehrer@dhbw-heidenheim.de

Sekretariat

Svetlana Root
Fon: 07321 2722-422
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Studienrichtung Soziale Arbeit mit älteren Menschen/Bürgerschaftliches Engagement

Die älter werdende Gesellschaft: Neue Herausforderungen für die Soziale Arbeit

Wir leben in einer älter werdenden Gesellschaft. Daraus erwachsen nicht nur neue soziale Probleme, sondern auch neue Herausforderungen und Aufgaben für die Träger der sozialen Arbeit. Dazu einige Erläuterungen:

Der Anteil der über 60jährigen an der Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland beträgt derzeit 22% und wird weiter ansteigen - nach Vorausberechnungen bis auf ca. 37% im Jahre 2050. Der Austritt aus dem Berufsleben erfolgt für viele Menschen bereits vor dem 60. Lebensjahr, die Lebenserwartung steigt weiter an. Das bedeutet eine lange Reihe von Jahren, die - in den meisten Fällen - von der Sorge um die unmittelbare Existenzsicherung befreit und (noch) nicht durch eigene Hilfs- und Pflegebedürftigkeit gekennzeichnet sind. Erst in den letzten Lebensjahren nimmt der Bedarf an Hilfe, Betreuung und Pflege zu, dann aber häufig in hohem Maße.

Die "jüngeren Senioren" engagieren sich zunehmend in Aktivitäten, die über konventionelle Formen der "Freizeitgestaltung" hinausreichen. Sie engagieren sich - oder sind ansprechbar - für Maßnahmen, in denen sie ihre Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen nutzbar machen für sich und andere; sie engagieren sich ehrenamtlich bei der aktiven Mitgestaltung des sozialen und kulturellen Lebens und sie treffen Vorsorge für das eigene Älterwerden.

Nach wie vor stellen sie auch den größten Teil der (unbezahlten) Pflegekräfte. Die meisten pflegebedürftigen Hochbetagten werden von ihren Angehörigen betreut und versorgt, mit anderen Worten: von den Angehörigen der Generation der über- 50jährigen. Auch dann, wenn sie dabei durch ambulante Dienste unterstützt werden, ist das Ausmaß ihrer Belastungen zumeist außerordentlich hoch. Die damit verbundenen Probleme werden nicht mehr nur als "Privatsache" der Betroffenen wahrgenommen, sondern als sozialpolitische Herausforderung und Aufgabe sozialer Arbeit.
Die "Klienten" - oder besser gesagt: "Handlungspartnerinnen" und "Handlungspartner" - der hier angesprochenen Sozialarbeit sind also nicht vornehmlich die hochaltrigen pflegebedürftigen Menschen, sondern Menschen im mittleren und höheren Erwachsenenalter,

  • die mit den Problemen und Herausforderungen des eigenen Älterwerdens konfrontiert sind,
  • in Maßnahmen der gesundheitlichen Prävention, Therapie und/oder Rehabilitation eingebunden sind,
  • Möglichkeiten und Chancen aktiver Freizeit- und Lebensgestaltung produktiv nutzen,
  • Ehrenamtlich/bürgerschaftlich - auch in generationenübergreifenden Projekten - engagiert sind,
  • als (pflegende) Angehörige soziale Aufgaben wahrnehmen, zu deren Erfüllung sie Unterstützung durch professionelle Sozialarbeit benötigen,
  • und/oder im Rahmen der stationären Altenpflege in Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst als Angehörige oder freiwillig Engagierte an der Gestaltung des Heimalltages mitwirken.


Soziale Arbeit, die sich den Herausforderungen der älter werdenden Gesellschaft zuwendet, ist also keine "Altenhilfe" im klassischen Sinne. Sie ist auch nicht als eine der "Altenpflege" beigeordnete aktivierende oder therapeutische Betreuung alter Menschen zu verstehen. Diese Aufgaben können zwar im Rahmen eines institutionalisierten Sozialdienstes z.T. zum konkreten beruflichen Handeln der Sozialarbeit dazu kommen, werden professionell aber eher von anderen Berufszweigen (Altenpflege und Beschäftigungstherapie) oder - wie oben angedeutet - von qualifizierten freiwillig/ bürgerschaftlich Engagierten wahrgenommen. Die Kompetenzen der Sozialarbeit erweisen sich hier - wie in den anderen Arbeitsfeldern - vielmehr und insbesondere im methodischen Planen, Beraten, Begleiten, Unterstützen , Vernetzen und Koordinieren der (oben genannten) Aktivitäten und der daran beteiligten Personen und Gruppen. Die Studien- und Ausbildungsinhalte sind somit - auf der Basis eines breiten wissenschaftlich fundierten Lehrkanons - den Prinzipien, Konzepten und Methoden moderner professioneller Sozialarbeit wie "Ressourcenorientierung", "empowerment", "soziale Netzwerkarbeit" und "Gemeinwesenorientierung" verpflichtet.

 

Arbeitsfelder und soziale Einrichtungen, in denen (bisher noch nicht überall) eine entsprechende Sozialarbeit praktiziert und/oder konzipiert wird:

  • Sozialdienste in Alten- und Pflegeheimen
  • Betreutes Wohnen - teilstationäre Einrichtungen (Tagepflege und Kurzzeitpflege)
  • Sozialdienste in Krankenhäusern, (geriatrischen) Reha- und Kurkliniken, (Geronto-) Psychiatrischen Krankenhäusern
  • Krankenkassen, Gesundheitsämter
  • Beratungs-Stellen für Ältere und (pflegende) Angehörige
  • Betreuungsbehörden und -vereine
  • Sozialpsychiatrische Dienste
  • Sozialstationen - Servicezentren
  • Hospize, Hospizgruppen (Sterbebegleitung, Trauerbegleitung)
  • Einrichtungen für ältere Menschen mit Behinderungen
  • Betriebssozialarbeit für ältere Arbeitnehmer
  • Projekte zur Integration älterer Ausländer
  • Seniorenbüros, Begegnungsstätten, Bürgertreffs
  • Erwachsenenbildung, Seniorenbildungseinrichtungen, Seniorenakademien
  • (Modell-)Projekte und/oder Einrichtungen zur Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements und Freiwilligenmitarbeit
  • Verwaltung der Freien Wohlfahrtsverbände
  • Sozialämter, Stadtverwaltungen, Landratsämter
  • (Kommunale) Sozialplanung

Herausforderungen und Chancen für Studierende und Ausbildungseinrichtungen

Für engagierte StudienbewerberInnen könnte die Aussicht, während der Ausbildung und später als diplomierte SozialarbeiterInnen innovativ an der Gestaltung der sozialen Praxis mitzuarbeiten, besonders attraktiv und motivierend sein, gezielt nach einer entsprechenden Ausbildungsmöglichkeit zu suchen. Gerade in diesen Bereichen der sozialen Arbeit sind die Studierenden in besonderer Weise gefordert, Eigeninitiative und "Eigensinn" zu entwickeln.

Der Gewinn für die Ausbildungseinrichtungen liegt deshalb vor allem darin, mit dem /der Studierenden einen "klugen Kopf" und ein Plus an aktuellem theoretischem Wissen zu bekommen; die Chance, neue Konzepte und Projekte entwickeln und im unmittelbaren Diskurs von Praxis und Theorie erproben zu können, Praxisforschung anzuregen und zu begleiten und - insbesondere im Rahmen von Studien- und Diplomarbeiten - sowohl allgemein praxisbezogene als auch einrichtungsspezifische Probleme und/oder Innovationen wissenschaftlich fundiert bearbeiten zu lassen und somit einen über die Zeit der Ausbildung hinausreichenden Nutzen zu stiften.

 


 
 03.12.2016 
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Letzte Änderung: 18.01.2016, 12:38